Katharina Schratt, die „Freundin“ des Kaisers?

Wer war Katharina Schratt? Wann und wo wurde sie geboren? Wie lernte sie Kaiser Franz Joseph kennen? Was verband die beiden?

Im Kurort Baden nahe Wien, kam am 11. September 1853 Katharina Schratt zur Welt. Schon im Alter von sechs Jahren war ihr klar, dass sie eine Leidenschaft für das Theater hatte. Ihre Eltern wollten sie davon abbringen und schickten sie nach Köln in ein Internat. Das änderte nicht viel. Das erste Mal trat sie mit 15 Jahren in Leobersdorf auf im Stück „Eigensinn“. Schließlich gaben die Eltern nach und sie durfte eine Schauspielschule in Wien besuchen.

Bald hatte sie Engagements in Wien, Berlin und St. Petersburg. Wien wurde ihre Hauptwirkungsstätte, wo sie, inzwischen 26 Jahre alt, den Ungarn Miklos Baron Kiss de Ittebe heiratete. Ein Jahr später wurde ihr Sohn Anton geboren, es folgte aber auch die Trennung vom Ehemann ohne Scheidung.

Als nächstes folgte ein Engagement in New York, doch erst am Hofburgtheater feierte sie einen erfolgreichen Auftritt nach dem anderen. Sie avancierte zur beliebtesten Schauspielerin Österreichs. 1887 wurde sie sogar zur Hofschauspielerin ernannt, hatte aber Meinungsverschiedenheiten mit dem damaligen Direktor und zog es vor 1900, mit nur 47 Jahren in Pension zu gehen.

1885 traf die Schauspielerin Katharina Schratt auf Kaiser Franz Joseph beim „Ball der Industriellen“. Sie kannte ihn schon von einer Audienz aus dem Jahr 1883. Elisabeth förderte die Beziehung ihres Gatten zur Schauspielerin Katharina Schratt. Dadurch war sie von ihren ehelichen Pflichten befreit und wusste ihren Mann in guten Händen. Katharina Schratt und Franz Joseph verstanden sich besonders auf seelischer Ebene. Franz Joseph kaufte ihr eine Villa in der Nähe der Sommerresidenz Schönbrunn.

Auch in Bad Ischl – zur Sommerfrische – wollte er sie in seiner Nähe haben, und kaufte ihr dort die „Schratt-Villa“. Er ermöglichte ihr einen großzügigen Lebensstil und bedachte sie stets mit teuren Geschenken und finanziellen Zuwendungen. Eine Villa in der Gloriettegasse zeugt davon.

Einen Skandal verursachte Katharina Schratt 1903 als sie im Lustspiel Maria Theresia eine Kaiserin darstellte. Viele sahen dies als geschmacklose Anspielung auf ihre geheime Liaison mit Kaiser Franz Joseph. Der Kaiser war stets darauf bedacht, alles geheim zu halten und verstand das Vorgehen selbst nicht. Katharina Schratt betrat nie wieder eine Bühne.

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Die Freundschaft der beiden währte, mit einer Unterbrechung, bis zu Franz Josephs Tod im Jahr 1916. Allerdings war sie nicht mehr so intensiv wie zu Elisabeths Zeiten. Neben Franz Joseph, war Katharina Schratt zeitlebens auch mit anderen Männern „eng“ befreundet.

Nachdem Kaiser Franz Joseph eine enge Vertraute in Katharina Schratt gefunden hatte, konnte sich Elisabeth noch mehr ihrer Reiseleidenschaft hingeben, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben. Sie selbst förderte die Freundschaft der beiden von Anfang an. Während sie durch Europa reiste, stand sie stets in umfangreichem Briefwechsel mit Franz Joseph.

Tipp von Sisi’s Amazing Journey:  Das Grab von Katharina Schratt befindet sich neben ihrem Ehemann, von dem sie nie geschieden wurde, am Hietzinger Friedhof, in der Nähe der „Schratt-Villa“. Am Hietzinger Friedhof können Sie auch das Grab von Gustav Klimt, Otto Wagner und Franz Grillparzer besuchen.

 

 

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