Einsame Flitterwochen im Schloss Laxenburg und eine Schwiegermutter als Kontrollfreak

Wieso verbrachte Sisi einsame Flitterwochen? Wo befindet sich Schloss Laxenburg? Wie verstand sie sich mit der Schwiegermutter, die gleichzeitig ihre Tante war?

Die Flitterwochen verbrachte das frisch verheiratete Ehepaar im Schloss Laxenburg bei Wien. Dies entsprach der jährlichen Tradition der Familie, den Frühjahrsaufenthalt, dort zu verbringen.

Doch das junge Eheglück war von einer diplomatisch-politischen Krise überschattet. Kaiser Franz Joseph war unabkömmlich in der Hofburg. So fuhr er täglich von Laxenburg nach Wien um seine Regierungsgeschäfte abzuwickeln.

Die junge Sisi blieb allein in Laxenburg zurück und weinte sich die Augen aus. Sie begann Gedichte zu schreiben, womit sie ihre Traurigkeit und Einsamkeit zum Ausdruck bringen konnte. Permanent wurde sie von ihrer Schwiegermutter kontrolliert, die sehr darauf bedacht war, dass die unerfahrene junge Kaiserin das strenge Hofzeremoniell lernte und einhielt.

Elisabeth war noch sehr unsicher in ihrer neuen Rolle als Kaiserin, und der ihr zugeteilte Hofstaat bestand aus fremden Menschen. Noch dazu war sie in einer völlig ungewohnten Umgebung. Der Teenager sehnte sich nach seiner Familie und der vertrauten Umgebung in Possenhofen.

Erzherzogin Sophie – die „böse“ Schwiegermutter?

Erzherzogin Sophie (1805-1872)

Erzherzogin Sophie war die Tante und nun auch Schwiegermutter Elisabeths. Sie war die alles dominierende Figur, und wurde oft „der einzige Mann am Wiener Hof“ genannt. Zunächst versuchte sie in guter Absicht, ihre unsichere Schwiegertochter auf die künftige Rolle als Kaiserin vorzubereiten.

Sehr geschickt dürfte sie dabei nicht vorgegangen sein, denn es entstanden die ersten Konflikte zwischen den beiden. Elisabeth unternahm sehr gerne Reitausflüge auf eigene Faust in der Umgebung, sehr zum Missfallen ihrer Schwiegermutter.

Spontane Ausritte ohne entsprechende Begleitung, stellten einerseits ein Sicherheitsrisiko für die Kaiserin dar, und andererseits entsprach es nicht dem Hofprotokoll. Sophie soll Sisi wie ein Schulkind gescholten haben. Sie dachte Sisi wäre leicht formbar, was anfangs auch so schien als Sisi noch brav ihre Pflichten erfüllte. Später sollte sich das Blatt wenden, denn Sisi floh ganz einfach vom Wiener Hof.

Sophie ging es in erster Linie um die Einhaltung der Etikette. Ständig sorgte sie sich um den Fortbestand der Dynastie. Sie übernahm die Repräsentationspflichten, so wie sie es schon immer gewohnt war. Auch für ihre Enkelkinder war sie ein wichtiger Mutter-Ersatz, als Sisi zwecks Erholung länger auf Reisen ging.

Franz Joseph war ständig zwischen seiner Mutter und seiner Ehefrau hin- und hergerissen und nicht wirklich eine große Stütze für Sisi. Das Verhältnis der beiden Frauen soll allerdings weit besser gewesen sein, als es heute kolportiert wird.

Sophie zog sich nach dem Ableben ihres zweiältesten SohnesKaiser Maximilian wurde 1867 in Mexiko standrechtlich erschossen – aus der Politik zurück. Der Ausgleich mit Ungarn, ebenfalls 1867, entsprach nicht ihren neoabsolutistischen Idealen. Sie verstarb 1872 im Alter von 67 Jahren und liegt wie alle Habsburger in der Kapuzinergruft begraben.

Tipp von Sisis Amazing Journey: Wie wäre es mit einem Ausflug nach Laxenburg? Das frühere Schloss liegt nur ca. eine halbe Stunde vom Zentrum Wiens entfernt. Durch den riesigen Schlosspark flanieren und die Franzensburg besichtigen ist wirklich lohnenswert.

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