Die Silberhochzeit und ein Schloss, dass Sisi in Wien halten soll

Wann war Sisi’s letzter großer Auftritt in Wien? Welches Gebäude ließ ihr Kaiser Franz Joseph erbauen um sie länger und öfter in Wien zu halten?

Egal, wo Sisi erschien, wurde sie mit Begeisterung empfangen. Sie selbst fühlte sich von den kaiserlichen Pflichten überfordert, und versuchte, so gut es ging, diese zu vermeiden.

Die erstarrten Traditionen des Wiener Hofs und das strenge Protokoll sagten ihr gar nicht zu. Sie pflegte eine viel liberalere Einstellung, genauso wie ihr Sohn Rudolf. Beide zweifelten an der Langlebigkeit der Monarchie und dem Vielvölkerstaat, und sollten letztendlich auch recht behalten.

Sisi empfand die Residenzstadt Wien stets als düster und bedrückend, bezeichnete sie sogar als „Kerkerburg“. Sie zog sich mehr und mehr in ihre eigene Traumwelt zurück, bestehend aus Reisen durch ganz Europa, Gedichte lesen und schreiben, sowie der permanenten Sehnsucht nach dem Meer. Dadurch geriet sie auch immer mehr zur Außenseiterin am Wiener Hof, fühlte sich unverstanden und vernachlässigte ihre kaiserlichen Repräsentationspflichten. Bei ihrer eigenen Silberhochzeit konnte sie sich allerdings nicht vom Protokoll dr

Die Silberhochzeit – ein Festumzug auf der Ringstraße

Sisi mit 41 Jahren bei der Silberhochzeit

Der letzte große Auftritt Elisabeths am Wiener Hof war 1879 anlässlich der Silberhochzeit des Kaiserpaares. Der Maler Hans Makart gestaltete einen Festzug entlang der neu erbauten Ringstraße, zu Ehren des Kaiserpaares und zur Einweihung der Ringstraße.

Der Festzug startete im Prater und führte die noch unfertige Ringstraße entlang. Man geht von ca. 14.000 Teilnehmern aus. Nicht nur dem Kaisertum wurde gehuldigt, sondern auch allen Schichten und Berufsgruppen der Bevölkerung. Makart führte Regie und saß als Rubens verkleidet auf einem Lipizzaner.

Die kaiserliche Familie feierte die Silberhochzeit anschließend im Palais des Erzherzogs Carl Ludwig, des jüngeren Bruders von Franz Joseph, auf der Favoritenstraße. Dies war nur für einen privaten Kreis vorgesehen, und es wurde die Familiengeschichte der Habsburger nachgestellt.

Danach vermied Sisi ihre kaiserlichen Repräsentationspflichten und war kaum noch in Wien anzutreffen. Sie bevorzugte südliche Gefilde, Sonne und Meer.

Die Hermes-Villa – das Schloss der Träume

Hermes-Villa im Lainzer Tiergarten       © CC BY-SA 4.0

Der Kaiser ließ Sisi ein privates Schloss, die Hermesvilla im Lainzer Tiergarten erbauen. Dort konnte sie sich ihrer Liebe zur Poesie widmen und über 600 Druckseiten an Gedichten verfassen. Sie verehrte den Dichter Heinrich Heine und lebte in der Phantasiewelt des „Sommernachtstraums“ von William Shakespeare.

Die Hermesvilla wurde von Elisabeth als „Schloss der Träume“ bezeichnet. Sie bezeichnete es in einem ihrer Gedichte als Titanias Zauberschloss. Außen und innen wurde die Hermesvilla ganz nach Sisis Vorlieben gestaltet: mit Statuen der Götter Hermes und Achill, sowie einer Büste von Heinrich Heine.

Das Schloss befindet sich im früheren Jagdgebiet der Habsburger, dem Lainzer Tiergarten, einem ca. 2.600 ha großen Naturschutzgebiet am Rande von Wien. Sehr oft war Sisi dennoch nicht vor Ort.

Elisabeth war in ihren letzten 15 Lebensjahren rastlos und ununterbrochen auf Reisen durch ganz Europa. Die Idee Franz Josephs, Sisi mit diesem Schloss länger in Wien zu halten, ging leider nicht auf.

Tipp von Sisis Amazing Journey:  Die Hermesvilla kann ebenfalls besichtigt werden und lässt sich gut mit einem Spaziergang durch den Lainzer Tiergarten verbinden.   Hermesvilla : WIEN MUSEUM

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